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Veröffentlicht von am in T-Shirt Druck Blog

TecStyle Visions TV 2010 Messereport DTGDieses Jahr hat es uns mit der Mannschaft auf die TecStyle Visions in Stuttgart verschlagen, um aktuelle Trends im Direct-To-Garment aber auch sonst im Bereich der Textilveredelung und des T-Shirt Drucks zu identifizieren. Angereist im PKW durch den strömenden Regen, waren wir doch erstaunt, dass an diesem Freitag (5.2.2010) so viele aus der Branche die Messe besuchten. Die Halle 1 war natürlich nicht überfüllt, es tummelten sich doch einiges an Fachpublikum um die Stände. Unser Interessensfeld galt zum einen unseren Lieferanten (Maier&Wydra, Falk&Ross, American Apparel, B&C, sowie auch Gildan und viele andere), als auch den Herstellern und Distributoren der DTG Maschinen.

Hier gleich eins vorweg: Wahre Innovation suchte man auf der TV2010 doch eher vergebens. Neu für uns war nur, die aktuellsten Modelle mal live, in Farbe und vor allem in Aktion zu sehen. Das erste Highlight hierbei war sicherlich Brother, die erstmals in Deutschland ihr neues "ich kann jetzt auch auf dunkle Textilien drucken"-Flagschiff, den GT-782 zeigten. Die Maschine an sich ist für den industriellen Profibereich bestens ausgerüstet und druckt mit insgesamt 8 Druckköpfen. Vier davon sind nur für den Druck von CMYK zuständig, die restlichen 4 versuchen sich an der weißen Underbase. Die Geschwindigkeit war sehr gut und der weiße Unterdruck konnte sich auch sehen lassen. Das Gehäuse der Maschine ist industriell und sehr robust - weitere Besonderheiten sind das automatische Reinigungssystem und das geschlossene Tintenkartuschenmodell. Zudem bietet Brother auch eine Pretreatment Lösung, den Viper an. Erster Eindruck hier: Wirkt noch wie ein Vorserienmodell und ist im Vergleich zu vielen anderen Lösungen recht langsam, ungenau und laut. Weiterhin bemerkenswert beim Brother ist der hohe Preis: $55.000 für den GT-782 und dementsprechend saftige Kartuschenpreise machen es unsere Meinung nach schwer, zeitnah einen ROI zu erzielen.

Weiter ging es zum Stand von Kornit. Der isrealische DTG Hersteller zeigte einen seinere Ferrari Modelle: Die Maschine pretreatet automatisch und druckt danach in einem Vorgang. Das ganze geht recht zielgerichtet (leider sieht man beim Einspannrahmen deutlich die Pretreatment-Lösung runtersiffen), der Druck ist schnell, vom weiß her waren wir allerdings nicht wirklich begeistert – vor allem auch vor dem Hintergrund, was diese Maschine kostet. Da macht jeder T-Jet 2 ein besseres Weiß.

Gröner, die vormals den Deutschlandvertrieb von USScreen übernahmen, haben jetzt einen eigenen Drucker, den Rainbow, am Start. Der Rainbow ist augenscheinlich ein umgerüsteter Epson 4880 mir eigens angepasstem RIP, einem patentierten Feed-System und einer neuartigen T-Shirt Halterungsbox. Der durchaus angemessene Preis von knapp 13.000€ und das vertrauenswürdige Epson Druckwerk sollten dafür sorgen, das qualitativ gute Drucke zu erwarten sind. Allerdings auch hier wieder ein paar augenscheinige Konstruktionsmängel: Das Chassis ist original Epson (mit einem gebohrtem Loch über der Capping Station), sprich jegliche Maintenance wird dadruch schwierig. Auch die Bedienunge erfolgt nicht wie beim Blazer beispielsweise über Touchscreen, sondern über den Epson LED Panel. Von der Geschwindigkeit ist der Rainbow ebenfalls keine Rennmaschine wie z.B. der HM-1 von DTG oder der Viper sondern liegt hier eher im Mittelfeld.
Betrachtungsgegenstand war auch die Rainbow Treat Maschine. Super leiste (kaum hörbar) in einem robust anmutendem Blechgehäuse mit Reinigungsfunktion und ein Preis von unter 3000€ machen die Pretreatment Maschine recht interessant. Überflüssiges Pretreatment läuft hinten in eine Wanne. Aber auch hier wieder ein Kritikpunkt: Die Maschine treatet ausschließlich über die gesamte Breite. Schmalere Textilien wie Ärmel etc behandelt man wohl weiterhin manuell. Auch an eine integrierte Presse wurde nicht gedacht.

Nächster Stand, nächste Pretreatment Maschine: Der DTG PreJet ist wohl die einfältigste Erfindung die es derzeit auf dem Markt gibt. Der PreJet ist ein umgemodelter Epson 2100, der die spezielle Vorbehandlungsflüssigkeit (wurde extra dafür entwickelt) über den Epson Druckkopf auf das Shirt druckt. Die Geschwindigkeit ist hierbei genau so schnell, würde man ein T-Shirt mit einem Druckpass drucken (2 Minuten). Da ist man manuell mit ca. 30 Sekunden ungefähr 4x so schnell. Auch die Maintenance des PreJets halten wir für optimierungsbedürftig und mit einem Preis von 8.000€ ohne Transferpresse ist das Gerät wohl maßlos überteuert. Aber auch wirklich innovatives war auf dem DTG Stand vorzufinden: Der Kiosk 3 sowie die Viper sind wohl im Segement unter 20.000€ eindeutig die besten Maschinen, die es momentan auf dem Markt gibt. Der Kiosk 3 wie auch der Viper glänzen durch eine Hohe Druckgeschwindigkeit und auch das WIMS System, welches die weiße Pigmenttinte rotieren lässt, ist ein erfreuliches Tool, das sich andere Hersteller auch mal ansehen sollten.

Zusammenfassend war die TV 2010 eine Messe, auf der weiterhin klassische Vermarktung dominiert, digitale Branchenlösungen wie Software, Vektordaten aber auch online Vermaktung suchte man hier vergeblich. Wir hatten den Eindruck, dass letztes Jahr deutlich mehr Interesse an DTG vorhanden war und sich die Branche weiterhin auf Altbewährtes (Siebdruck, Transfer, Flock, Flex oder Sticken) konzentriert. Die nächste TV findet übringens erst 2012 statt. Man sieht sich….

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